Was für ein Sonntag, dieser 07.06.2015. Für viele klingelte der Wecker zwischen 04:00 Uhr und 05:00 Uhr an diesem Morgen und der Schlaf davor war nicht besonders ergiebig. Aber um rechtzeitig für das erste Spiel um 10:00 Uhr im nordhessischen Hoof für die Jugend-Oberligaqualifikation anwesend zu sein, war Abfahrt um 06:00 Uhr an der ESO-Sportfabrik angesagt. Trotz leichter Müdigkeit war die Stimmung super und die Vorfreude riesig, schließlich wollte man etwas Großes erreichen. Aber im Hinblick auf die relativ unbekannten Gegner aus Hoof, Sulzbach, Lumdatal und Weiterstadt, sowie deren Leistungsstärke, war man sich nicht sicher, was an diesem Tag zu holen ist.

Unsere weibliche A-Jugend war bis auf die leider kurzfristig erkrankte Sarah Millmann, die rekonvaleszente Katerina Nastou und die ins Abitur eingebundene Maike Kaufhold komplett und wurde durch B-Jugendlichen Leah Rosenbaum, Isabelle Kaufhold und Anna Hoffmann unterstützt.

Nach einem leichten Frühstück an frischer Luft bestritt man den Turnierbeginn gegen den Gastgeber aus Hoof. Wie üblich bei solch ersten Spielen und mit der langen Anfahrt in den Knochen, kamen die Mädels sehr schleppend ins Spiel. Mangelnde Torausbeute und technische Fehler bestimmten das Bild. Doch auch dank unserer Flügelflitzer Michelle Schmitt und Alicia Hof konnte man sich auf ein 6:3 absetzen. Der Vorsprung hielt jedoch nicht lange. Bei einer Spielzeit von 2x 15 Minuten geriet man zur Halbzeit mit einem Tor ins Hintertreffen. Auch der Beginn der zweiten Halbzeit verlief nicht viel besser. Gerade aus dem Rückraum kam wenig zu Stande, und in der Abwehr ließ man den Gegner zu einfachen Toren kommen. Durch die Hereinnahme von Leah „Rosi“ Rosenbaum gewann das Spiel nach Vorne und Hinten aber deutlich mehr Stabilität. Letztlich konnte man sich in einem durchwachsenem Spiel noch mit drei Toren absetzen und den Sack zu machen.

Wenn auch etwas holprig, war der Sieg verdient und die wichtigen ersten Punkte wurden eingefahren. Wie wichtig zeigte sich im darauffolgenden Spiel der Mannschaften Sulzbach gegen Lumdatal, denn diese legten schon eine andere Qualität an den Tag. Um diese schlagen zu können, musste sich das Team doch deutlich steigern. Nach entsprechender Analyse und Ansprache ans Team schwor man sich im zweiten Spiel auf den Gegner aus Sulzbach/Leidersbach ein.

Und was soll man sagen, es klappte fast Alles wunderbar. Die Mädels spielten eine tolle 6:0 Abwehr mit viel Biss, aber trotzdem Fair. Im Angriff taute man auf und konnte mit besseren Spielanlagen und Einzelaktionen überzeugen. Gerade Michelle Suttner, unser Neuzugang für diese Runde, zeigte, wozu sie fähig ist. In ihrem ersten Pflichtspiel für uns gegen Hoof noch etwas verhalten, war Michelle nun warmgelaufen und im 1 gegen 1 kaum zu halten. Traumhaft natürlich auch, wie sie zum Halbzeitpfiff einen direkten Freiwurf aus neun Meter links oben in den Winkel „geschweißt“ hat. Überzeugend wurde das Spiel auch in der zweiten Halbzeit fortgeführt. Kaum ein Einbruch war zu erkennen, es wurde weiter in der Abwehr gefightet und vorne konnte man auch mit mehreren Spielerwechseln nachlegen. Alles in Allem gelang ein toller und überzeugender Sieg in Höhe von 18:11 gegen den späteren Turnierdritten aus Sulzbach.

Im dritten Spiel traf man auf die Mannschaft aus Lumdatal, die zum damaligen Zeitpunkt mit guten Leistungen ein Punktekonto von 2:2 aufweisen konnten. Jetzt galt es: Entweder wäre Lumdatal mit uns gleichgezogen oder die weibliche A-Jugend hätte sich entscheidend und uneinholbar auf den zweiten Platz festgesetzt. Jede Spielerin wusste worum es geht und jede brannte darauf diesen entscheidenden Sieg einzufahren. Die TSG ging mit leicht veränderter Startaufstellung ins Spiel, während Lumdatal gleich von Beginn an mit doppelter Manndeckung gegen Alicia Hof und Michelle Suttner/Sonja Müller ein Zeichen setzen wollte. Doch davon ließen sich die Mädels nicht beirren.

Unsere bärenstarke Isi Kaufhold riss immer wieder Lücken, setzte ihre Mitspieler ein und war selbst torgefährlich. Gegen den Angriff der TSG hatten die vorher so abwehrstarken Lumdataler nichts entgegenzusetzen. Umgekehrt setzten die Mädels ihre Abwehrarbeit aus Spiel Zwei fort. Der Mittelblock machte seine Sache sehr gut und jede Spielerin war willens das eigene Tor bis zum Schluss zu verteidigen. Gebremst wurde die Euphorie leider etwas durch die Verletzung von Sonja Müller die mit dicker Beule am Kopf und Auge nicht mehr weiterspielen konnte. Mit viel Leidenschaft gelang es der Truppe einen großen Vorsprung herauszuspielen und bis zum Ende zu halten. Nach dem Schlusspfiff und dem angezeigten Endstand von 17:10 waren alle Dämme gebrochen. Die Spielerinnen feierten ihren Einzug in die Oberliga, den sie ohne Schützenhilfe und überzeugend erreicht hatten.

Nach diesem emotionalen Hoch und der abgefallenen (An)Spannung musste man im letzten Spiel gegen die im Turnierverlauf klar dominierenden Weiterstädter um die berühmte „goldene Ananas“ antreten.

Sonja Müller konnte aufgrund ihrer Verletzung nicht mehr weitermachen und gab damit auch die Richtung vor: keine Verletzten mehr nach diesem anstrengenden und langen Tag. Die Mannschaft aus Weiterstadt sah dies ähnlich, trat aber souveräner und eingespielter auf und wusste letztlich zu überzeugen. Hätten die Mädels in der ersten Hälfte ihre Chancen besser verwertet, hätte, hätte, hätte….war uns allen aber egal. Verdient ging das letzte Spiel an Weiterstadt mit 17:9 verloren, zu dieser Leistung kann man nur gratulieren.

Aber was die Truppe aus A- und B- Jugendlichen an diesem Tag erreicht hat, war absolut super! Es tut mir an dieser Stelle auch immer Leid, dass nicht jede Spielerin hier so gewürdigt werden kann, wie sie es eigentlich verdient hätte. Seid euch sicher, jede von euch ist wichtig im Team. Denn die Wahrheit liegt hier vor und nach dem Spiel: Die Mädels waren und sind eine Gemeinschaft, manchmal lustig, manchmal ein wenig laut, aber unterm Strich einfach gut. Man kann die entsprechenden Gefühle gar nicht beschreiben, die man in solchen Gemeinschaften erlebt. Das können eigentlich nur Mannschaftssportler nachvollziehen, der Rest hat halt leider Pech 😉

HP_Oberliga_wja

HSG Hoof/Sand/Wolfhagen – TSG Bürgel 13:16 (6:7)
Spielfilm: 3:3, 3:6, 6:7 – 9:8, 12:11, 13:16

Es spielten: Scheuermann, Dittmann; M. Schmitt (4), Dalgic, Müller (5), C. Schmitt (3), Rosenbaum (1), Kaufhold, Protzel, Hof (3), Memovic, Hoffmann, Suttner, Lewin
TSG Bürgel – HSG Sulzbach/Leidersbach 18:11 (9:6)
Spielfilm: 3:3, 6:3, 9:6 – 12:8, 15:10, 18:11

Es spielten: Scheuermann, Dittmann; M. Schmitt, Dalgic, Müller (1), C. Schmitt, Rosenbaum (1), Kaufhold (1), Protzel (1), Hof (4), Memovic (3), Hoffmann, Suttner (6), Lewin (1)

TSG Bürgel – HSG Lumdatal 17:10 (9:4)
Spielfilm: 4:2, 9:2, 9:4 – 12:5, 15:8, 17:10

Es spielten: Scheuermann, Dittmann; M. Schmitt (1), Dalgic, Müller (2), C. Schmitt (2), Rosenbaum (2), Kaufhold (2), Protzel, Hof (3), Memovic, Hoffmann (2), Suttner (3), Lewin

HSG Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden – TSG Bürgel 17:9 (8:5)
Spielfilm: 1:2, 6:3, 8:5 – 11:6, 14:8, 17:9

Es spielten: Scheuermann, Dittmann; M. Schmitt, Dalgic, Müller, C. Schmitt (1), Rosenbaum (2), Kaufhold (1), Protzel, Hof (1), Memovic (2), Hoffmann, Suttner (2), Lewin

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