Offenbach – In der vergangenen Saison verpassten die Handball-C-Mädchen der TSG Bürgel knapp die Meisterschaft auf Bezirksebene, am Ende belegten die Offenbacherinnen nach einem 12:11-Sieg gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden den dritten Platz. Zuvor waren die Bürgelerinnen in den Überkreuzspielen mit 16:24 und 15:18 am späteren Bezirksmeister SG Bruchköbel gescheitert.

In dieser Saison werden die Karten neu gemischt. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Aus dem Kader der TSG aus der vergangenen Saison sind nur noch vier Spielerinnen übrig, alle anderen wechselten in die B-Jugend. Gleichzeitig kamen acht Mädchen aus dem D-Jugendbereich nach oben, so dass den Trainern Stefan Scherling und Boris Wolf in dieser Saison zwölf Spielerinnen zur Verfügung stehen. Bei Personalknappheit rücken Spielerinnen aus der D-Jugend nach oben und füllen den Kader auf. „Bei Klassenfahrten zum Beispiel geht das gar nicht anders“, erklärt Scherling.

Auch die Ligenzusammensetzung ist neu. In der vergangenen Saison spielten die C-Mädchen auf Bezirksebene noch in zwei Sechsergruppen, in dieser Saison gibt es eine Zehner-Gruppe. Um zumindest bis März aktiv zu sein, standen sich die Mannschaften gleich dreimal in der Punktrunde gegenüber. Nun spielen die Bürgelerinnen in einer normalen Runde mit Hin- und Rückspiel. Die neu Herausforderung mit neuen und mehr Gegnern macht allen Spielerinnen deutlich mehr Spaß. „Das ist für alle Beteiligten viel besser“, sagt Stefan Scherling, „das Leistungsniveau wird deutlich angehoben.“ In der vergangenen Saison traf die TSG Bürgel in ihrer Sechser-Gruppe in der Sportunion Mühlheim nur auf einen ernst zu nehmenden Gegner. „Da hatten wir drei hochklassige Spiele, die übrigen Partien waren doch meistens sehr deutlich“, erklärt Scherling. Nun treffen die Offenbacherinnen in Bruchköbel und Nieder-Roden – der TSV Klein-Auheim hat sich in dieser Saison für die Oberliga Hessen qualifiziert – auf zwei weitere sehr starke Gegner. „Da können wir nur dazulernen und uns besser weiterentwickeln“, ist Stefan Scherling mit der neuen Ligeneinteilung zufrieden. Die Weiterentwicklung der Spielerinnen, das ist auch das Thema, das den Bürgeler Verantwortlichen besonders am Herzen liegt. Und zwar sowohl im sportlichen als auch im persönlichen Bereich.

Sportlich wird – wie vom deutschen und hessischen Handballverband gefordert – eine offensive Spielweise trainiert und vor allem das 1:1-Verhalten gefördert. Viele Aktionen auf dem Parkett sind ausdrücklich erwünscht. Boris Wolf, gleichzeitig in der Jugendabteilung der TSG engagiert, macht eine einfache Rechnung auf: Wenn die Bürgeler einem Spieler pro Saison zwei, drei handballspezifische Grundlagen vermitteln, sind das von E- bis zur A-Jugend in zehn Jahren 20 bis 30 Grundlagen – „dann sollte ein guter Handballer dabei herauskommen“, schmunzelt Wolf. Gelerntes lässt sich am besten in der Spielform anwenden, daher legt die TSG nicht nur Wert auf die Spiele in der Punktrunde, sondern auch – weil Gegner in dieser Altersklasse rar sind – auf viele Turnierteilnahmen, damit die C-Mädchen Spielpraxis sammeln können.

In der aktuellen Runde der Bezirksoberliga nehmen die Bürgelerinnen nach der 17:25-Niederlage am vergangenen Sonntag gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden mit 2:4 Punkten den sechsten Platz ein. Wichtig ist der TSG vor allem die Entwicklung und Ausbildung der Mädels. „Und wenn dann dabei Siege herauskommen, ist das natürlich sehr schön“, sagen Stefan Scherling und Boris Wolf. Ein guter Mittelfeldplatz soll es am Rundenende schon sein. Nun steht über die Herbstferien aber erst einmal eine mehrwöchige Pause an. Zum nächsten Punktspiel gastiert die TSG Bürgel am Sonntag, 21. Oktober, bei der HSG Isenburg/Zeppelinheim.

Quelle: https://www.mein-suedhessen.de/rodgau/c-sport/weiterentwicklung-im-blickpunkt_a41582#gallery=null
Ein Bericht von Paul Lohse

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