Am letzten Spieltag der Meistersaison besiegten die Mannen von Trainer Hannes Heinl die HSG Dreieich II am Sonntagmittag  nach einem verrückten Spielverlauf mit 36:33 (15:17). Den Gastgebern blieb als Tabellenschlusslicht und starker eigener Leistung am Ende nur, die Abgezocktheit des Titelträgers zu bestaunen. Die „Bit-Bulls“ dagegen feierten ob der frühen Anwurfzeit und des tollen Wetters nochmal ausgiebig vor der Halle die Krönung eines schönen Spieljahres.

Die Gastgeber wollten unbedingt die Saison mit einem Überraschungssieg abschließen, die TSG ihre Serie von 13 Siegen in Folge ausbauen und nicht zum Finale noch mal verlieren. So entwickelte sich ein umkämpftes Spiel, obwohl es ja eigentlich „um nichts mehr ging“. Und die Motivation der Hausherren war wohl klar die bessere, denn die TSG spielte ohne den notwendigen Körpereinsatz in der Abwehr und schlampig im Angriff. So führte Dreieich zur Pause hochverdient mit 17:15. Auf Bürgeler Seite stand bis dahin nur das jeweils ersten Saisontor von Reinhard Kull („Na, endlich!“) und Andi Arzt („Willkommen zurück!“) als Erfolg zu verbuchen („Kiste!“).

Nach der Halbzeitpause gelang es den Gästen nicht, den berühmten Hebel umzulegen. Es ist ja ein uralter Hut, dass man seine Herangehensweise an ein Spiel nur sehr schwer während des Spiels noch mal ändern kann. Dreieich knüpfte dagegen an seine starke erste Halbzeit an, spielte im Aufbau geduldig und kam vorwiegend zu leichten Gegenstoßtoren. Bei 23:19 sprang so erstmals seit dem 8:4 in der Anfangsphase wieder ein Vier-Tore-Vorsprung für Dreieich heraus. Über 25:21 und dem zwischenzeitlichen Anschluss bei 29:28 konnten die Gastgeber den Vorsprung bis zum 33:29 bis gut fünf Minuten vor Schluss halten. Auch die Auszeit, die TSG-Coach Heinl während dieses Abschnitts bei Zwei-Tore-Rückstand genommen hatte, schien keine Wirkung zu zeigen.

Nun setzte offenbar bei allen Beteiligten ein Adrenalinstoß ein, der zweierlei bewirkte: die TSG-Spieler – mit  der drohenden Niederlage vor Augen – rieben sich endlich beim Verteidigen so auf, wie man das eigentlich über 60 Minuten tun sollte. Und die HSG-Spieler – auf  dem Weg zum unerwarteten Sieg – agierten plötzlich fahrig und hektisch. Auf einmal waren es die Bürgeler, die einen Ballverlust nach dem anderen zu Gegenstoßtoren nutzten. Nach vier Toren in Folge für Bürgel versuchte Dreieich mittels einer Auszeit den Schock des überfallartig herbeigeführten Ausgleichs zu verdauen und zweieinhalb Minuten vor dem Ende noch mal dagegen zu steuern, aber der Meisterzug war nicht mehr aufzuhalten. Die TSG machte noch drei Tore, Dreieich keines mehr. 36:33, Bums, Aus, nicht zu fassen!

Letztendlich und mit etwas Abstand freuten sich dann auch die Gastgeber darüber, den Meister solange geärgert zu haben. Die „Berler-Bit-Bulls“ waren sowieso happy und die Zuschauer, die so nach und nach hinzugekommen waren, freuten sich darüber, ein so dramatisches Finale präsentiert bekommen zu haben.

TSG: Reinholz, Jöckel; Wolf (15/3), Karpf (6/1), Werner (4), F. Scherling (3), Arzt (3/1), Waldmann (1), Lahaye (1), Schwagereit (1), Kull (1), Brendel (1), Hofmann, B. Müller.


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