Bericht aus der Offenbach-Post vom 11.05.2019

Offenbach – Platz zwei in der Oberliga der Männer, die Aufstiegsrunde zur 3. Liga hinter Meister TV Kirchzell um drei Zähler verpasst: Die Handballer der TSG Bürgel, lange Zeit sogar souveräner Tabellenführer, hätten allen Grund, frustriert zu sein.

Sind sie aber nicht, wie Teammanager Sven Lenort nach der Abschlussfahrt auf Mallorca versichert. „Klar, zwei, drei Spieler waren zunächst am Boden zerstört. Wir hatten lange auf den Titel gehofft, hatten in der Hinrunde die Gegner zum Teil an die Wand gespielt. Am Ende sind wir nach vielen Spielen und noch mehr Verletzungen aber nur Richtung Ziellinie gestolpert. Mittlerweile sind wir froh, dass uns die Aufstiegsrunde bis in den Juni erspart bleibt. “ Bürgel hatte am letzten Spieltag gegen Umstadt/Habitzheim mit 24:31 verloren, die erste Heimniederlage nach zuvor zehn Siegen und einem Unentschieden in der Sportfabrik – die Luft war raus.

Vor allem Nils Lenort, mit 163 Toren Sechster der Oberliga-Torjägerliste, freut sich auf die verdiente Sommerpause. „Er hat in der Rückrunde fast ständig mit Schmerzen am Sprunggelenk gespielt, konnte kaum noch abspringen, hat dennoch durchgehalten“, berichtet sein älterer Bruder Sven. Bis zur im September beginnenden Saison 2019/20 soll Bürgels erfahrener Rückraumspieler wieder richtig fit sein.

In Kreisläufer Yannick Ahouansou und Rückkehrer Denis Zahn (beide HSG Hanau) sowie dem Drittliga-erfahrenen linken Rückraumspieler Edi Pjanic (SG Bruchköbel) stehen drei externe Zugänge fest. Tim Büdel kehrt nach eineinhalb Jahren zurück (Verletzungspause und Auslandsaufenthalt). Patrik Käseberg (Karriereende), Pascal Bube (zieht aus Studiengründen an den Bodensee) und Felix Brühl (Ziel offen) verlassen die TSG, die somit nochmals an Qualität im Kader zulegt.

„Wir wollen wieder vorne mitspielen, werden aber ganz sicher nicht die Meisterschaft als Ziel ausrufen“, sagt Sven Lenort zurückhaltend, wohl wissend, dass die Konkurrenz die weiter von Andreas Kalman trainierte TSG zum Topfavoriten ernennen wird.

Abzuwarten bleibt zunächst aber, ob Kirchzell den Sprung nach oben schafft. Die Runde der zwölf Oberligameister, die zehn Aufsteiger für die vier 3. Ligen ermitteln, beginnt am heutigen Samstag gegen den TV Hochdorf (Rheinland-Pfalz/Saar). Drittligaabsteiger SG Bruchköbel vermeldet viele Abgänge, wird in der Oberliga kaum ganz vorn zu finden sein. In TuSpo Obernburg, dem Meister der Landesliga Süd (50:2 Punkte), kommt ein starker Aufsteiger hinzu, der nicht zu unterschätzen ist.

„Wir waren bis zum letzten Spiel zu Hause in einem guten Rhythmus, müssen auswärts aber noch konstanter werden. Das ist jetzt mit so einer eingespielten Truppe möglich“, sagt Sven Lenort mit Blick auf sieben Siege, zwei Unentschieden und vier Niederlagen in fremden Hallen. „Wenn wir das schaffen und von schwerwiegenden Verletzungen verschont bleiben, kann das eine noch bessere Saison werden als diese“, meint er.

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