Zu der Partie waren die angesetzten Schiedsrichter Foucar/Sommerfeld nicht erschienen, Dirk Kalle übernahm die Leitung der Partie, die mit 21:20 an die gastgebende Turnerschaft ging. Mit der Leistung des Unparteiischen nicht einverstanden waren die Langenselbolder und machten ihrem Unmut lautstark Luft. Aßmus und Cejda vergriffen sich dabei im Ton, beleidigten den Referee und müssen nun mit einer Sperre rechnen. Auch zum Knüller zwischen den ungeschlagenen Teams der SKG Sprendlingen und der TG Nieder-Roden waren die Unparteiischen Schultheis/Weiland (Urberach) nicht erschienen, und da kein Ersatzmann unter den gut 150 Besuchern in der Halle zu finden war, fiel die Partie aus!

Auch am zweiten Spieltag, dem Montag, war Pfeffer drin. Da landete die TS Steinheim einen 28:12-Kracher über die TS Großauheim und schob sich damit auf den zweiten (!) Tabellenplatz vor die „Großen“. Neuer Spitzenreiter ist der TV Gelnhausen II, der sich mit 33:23 ganz klar beim TV Langenselbold behauptete. Weiter im Rennen bleibt der TV Kesselstadt, der bei der TG Nieder-Roden mit 30:28 die Oberhand behielt, sowie die TS Bischofsheim, die sich gegen die SG Nieder-Roden II mit 25:19 behauptete. Im dichten Mittelfeld steht auch die HSG Maintal, die nach der Heimpleite gegen Steinheim auch bei der TSG Bürgel mit 28:32 den Kürzeren zog.

HSG Maintal – TS Steinheim 25:27 (14:13): Obwohl Peter Jokic auf Balentovic und Maul verzichten musste, begann die HSG entsprechend ihrer Favoritenrolle und hatte die Partie nach einer Viertelstunde und einer 11:5-Führung sicher im Griff. Der HSG-Coach wechselte locker durch, brachte sein Team damit aber völlig aus dem Rhythmus. Bis zur Pause war der Vorsprung auf 14:13 geschmolzen, vergebene Chancen beim 17:15 gaben der Turnerschaft mit den überragenden Tim Henkel und Jan Fabian immer mehr Auftrieb, und die wendeten das Blatt – nach Ballverlusten durch technische Fehler überwiegend mit Gegenstößen – zum vorentscheidenden 17:21. Zwar kam die HSG wieder auf 21:22 heran, doch wollte in der spannenden und packenden Schlussphase einfach nicht mehr der Ausgleich fallen. Steinheim verteidigte mit dem Glück des tüchtigen einen völlig verdienten Sieg.
Torschützen HSG: Runkel (7), Dunkel (6/2), Specht (4/4), Harms (2), Plitzko (2), Franz, Petermann, Hartenfeller, Schleiden
Torschützen TSS: Henkel (12/4), Jan Fabian (9), Gaehn (2), Schwab (2), Grünbecken, Müller
Schiedsrichter: Eimuth/Machner (Hainhausen)
Zuschauer: 75
Siebenmeter: 8/6 – 6/4
Zeitstrafen: 6 – 3

TS Großauheim – TV Langenselbold 21:10 (13:10): Drunter und drüber ging es in einem völlig zerfahrenen, typischen Kellerduell. Die Angst vor einer möglichen Niederlage lähmte die Akteure beider Teams, und das hatte eine mehr als mäßige Partie mit vielen technischen Mängeln zur Folge. „Die Selbolder waren gewiss nicht schlechter als wir, oder wir nicht besser als die Gäste. Aus meiner Sicht waren wir einfach disziplinierter und hatten damit den klitzekleinen Vorteil, der uns zum Sieg verhalf“, bekannte Auheims Sprecher Mathias Funk offen, dass auch sein Team sehr schwach agierte. Die Partie stand praktisch immer auf des Messers Scheide, und auch die Führung von drei Toren zur Pause verlieh der Kiss-Truppe keine Sicherheit.
Torschützen TGA: Krischke (4), Weber (4/2), Mathias Funk (3), Faulstich (3), König (2), Möhwald (2/1), Georgi, Werner, Kleinschmidt
Torschützen TVL: Irion (8/2), Frank (4), Aßmus (3), Betz (2), Ostermann, Kunkel, Berthold
Schiedsrichter: Kalle (Großauheim)
Zuschauer: 80
Siebenmeter: 4/3 – 2/2
Zeitstrafen: 2 – 7
Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Aßmus (TVL; 59.) nach drei Zeitstrafen; Einträge auf dem Spielbericht wegen SR-Beleidigung nach dem Spiel gegen Aßmus und Zejda

MSG Altenhaßlau/Niedermittlau – TS Bischofsheim 20:19 (12:10): Die Partie auf mäßigem Niveau hatte eigentlich keinen Sieger verdient. Die Turnerschaft kam nie richtig in Schwung, ließ sich das Spiel der Gastgeber aufzwingen und leistete sich zudem viel zu viele Fehler. Nach einer Viertelstunde war beim 4:4 noch nichts passiert, eine Rote Karte gegen die Gastgeber (19.) brachte der Suttner-Truppe keinen Vorteil und konnte auch keine Initialzündung bewirken. Das Spiel plätscherte weiter dahin, weil die Turnerschaft zu langsam, ohne Druck und ohne Bewegung agierte und die MSG so nicht forderte. Zwar blieb es nach dem 12:10 auch im gesamten Verlauf der zweiten Hälfte knapp, doch die Gastgeber verteidigten diese Führung bis zum glücklichen Ende.
Torschützen TSB: Rammert (5/2), Suttner (5/1), Nehring (3), Bader (2/1), Boyé (2), Halter, Bures
Schiedsrichter: Krauss/Reinhard (Groß-Zimmern)
Zuschauer: 100
Siebenmeter: 4/2 – 7/5
Zeitstrafen: 5 – 4
Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Nr. 14 TVA (19.) wegen grobem Foul

TS Bischofsheim – SG Nieder-Roden II 25:19 (10:9): Insgesamt gesehen rehabilitierte sich die Mannschaft von Martin Suttner für die Pleite von Altenhaßlau, auch wenn sie sich gegen die unbequemen Rodgauer lange Zeit sehr schwer tat. Bis zum 6:6 nach einer Viertelstunde dauerte das Abtasten, danach bekamen die Gastgeber immer deutlichere Vorteile. Allerdings konnten sie sich nicht entscheidend absetzen, weil sie sieben (!) Angriffe in Folge ohne Treffer abschlossen. Immerhin retteten sie ein 10:9 in die Kabine. Nach dem Wechsel zeigte sich, dass die SGN II beim Sieg über Bürgel sehr viel Kraft gelassen hatte und mehr und mehr abbaute. Nach dem 17:13 (45.) spielte nur noch die Turnerschaft, die nun endlich an die gute Form der vergangenen Runde anknüpfte. Ohne große Mühe hatte die Suttner-Schützlinge die Kontrolle über Spiel und Gegner gewonnen und behaupteten sich schließlich so sicher wie verdient.
Torschützen TSB: Rammert (8/3), Nehring (6), Bures (5), Bader (3), Hartenfeller (2), Feuerbach
Schiedsrichter: Cychy/Fiukowski (Nieder-/Ober-Eschbach)
Zuschauer: 100
Siebenmeter: 5/4 – 2/1
Zeitstrafen: 5 – 5
Besonderes Vorkommnis: Rote Karte Nr. 7 SGN (52.) wegen grobem Foul

TG Nieder-Roden – TV Kesselstadt 28:30 (13:10): Ein wenig glücklich, aber durchaus verdient behielten die Kesselstädter im Rodgau die Oberhand. „In der ersten Hälfte hatten wir Glück, dass Nieder-Roden nicht noch weiter davon zog, nach der Pause verdienten wir uns den Erfolg mit einer spielerischen Steigerung und einer tollen Kampfmoral“, berichtete TVK-Sprecher Patrick Franke. Zunächst fanden die Kegelmann-Schützlinge kaum ein Durchkommen in der Abwehr und wurden mit vielen Gegenstößen überlaufen, hatten zudem Glück, dass die TGN zwei Strafwürfe an den Pfosten setzte, und so war das 10:13 zur Pause noch schmeichelhaft. Bis zum 19:16 lief der TVK dem Rückstand hinterher, bekam so in der Mitte der zweiten Hälfte mehr und mehr Oberwasser. Beim 20:21 gingen die Gäste erstmals in Front und von da an war für absolute Spannung gesorgt. Beim 25:25 scheiterte Corell mit zwei Siebenmetern, nach dem 27:27 gingen die Rodgauer in den letzten beiden Minuten zur Offenen Manndeckung über, doch damit war der TVK nicht zu stoppen.
Torschützen TVK: Corell (9/4), Lang (8), Bahnmüller (3), Bagnara (3), Martini, Kupferschmidt, Pfahl (je 2), Rieth
Schiedsrichter: Machner/Eimuth (Hainhausen)
Zuschauer: 150
Siebenmeter: 9/5 – 6/4
Zeitstrafen: 5 – 7
Besonderes Vorkommnis: Rote Karte Paljar (50.; TGN) wegen grobem Foul

TSG Bürgel – HSG Maintal 32:28 (19:15): „Trotz der Niederlage bin ich nicht unzufrieden. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie doch noc
h spielen kann, auch wenn es heute gegen die TSG nicht gereicht hat“, kommentierte Peter Jokic die Partie in Bürgel, wo er weiter auf Maul und Balentovic verzichten musste. Trotz der Personalsorgen gab die HSG eine ganz ordentliche Vorstellung. Nach einer 3:1-Führung geriet die HSG mit 3:4 ins Hintertreffen und musste von da an hinterher laufen. Ab dem 9:9 wurden Fehler in Abwehr und Angriff bestraft, als sich Bürgel auf 13:9, 15:10 und 17:11 absetzte. Mit einem parierten Gegenstoß hielt Mühlberger sein Team im Spiel und ermöglichte den Anschluss zum 17:14, ehe die Gastgeber zum 19:14 konterten. Die ersten Minuten nach dem Wechsel gehörten eindeutig der Jokic-Truppe, die beim 21:20 auf Tuchfühlung kam, dann aber wieder auf 21:26 zurückfiel. Entscheidender Spieler nach dem 25:27 war Bürgels Torhüter Gerd Golla, der in dieser Phase einen Siebenmeter und zwei „Freie“ abwehrte und so den möglichen Ausgleich verhinderte. Maintal blieb dran bis zum 28:30, hatte am Ende aber nichts mehr zuzusetzen.
Torschützen HSG: Dunkel (9/7), Runkel (7/2), Petermann (3), Plitzko (3), Franz (2), Tobias Hartenfeller (2), Konrad (2)
Schiedsrichter: Fink/Beringer (Zeppelinheim)
Zuschauer: 150
Siebenmeter: 4/3 – 11/9
Zeitstrafen: 3 -3

TS Steinheim – TS Großauheim 28:12 (13:3): Eine zunächst eher schwache Partie entwickelte eine Dynamik, wie sie der TS Großauheim nicht recht sein konnte. Bis zur 20. Minute plätscherte das Spiel vor sich hin und hatte beim 4:3 wenig Höhepunkte. Dann aber rannten sich die Gäste immer wieder in der Abwehr fest, verloren dabei Bälle und wurden mit Gegenstößen locker überrollt. „Steinheim war einfach geistig besser auf der Höhe, schneller und beweglicher. Da konnten wir nicht mithalten“, bekannte Großauheims Mathias Funk. Bis zur Pause setzte sich Steinheim auf 13:3 ab, drückte auch nach dem Wechsel weiter voll aufs Tempo und siegte am Ende unter dem Jubel der Zuschauer auch in der Höhe völlig verdient.
Torschützen TSS: Henkel (9/1), Siegmund (5), Schwab (4), Jan Fabian (3), Grünbecken (3), Schleiff (2), Gaehn, Müller
Torschützen TGA: Möhwald (5/3), Georgi (2), Krischke, Werner, Faulstich, König, Mathias Funk
Schiedsrichter: Rudert/Glaab (Hösbach/Großwallstadt)
Zuschauer: 120
Siebenmeter: 2/1 – 5/3
Zeitstrafen: 2 – 4

TV Langenselbold – TV Gelnhausen II 23:33 (7:15): Gegen den TV Gelnhausen II hatte der TV Langenselbold nicht die Spur einer Chance und unterlag mit 23:33 (7:15) ebenso deutlich wie verdient. Enttäuschung herrschte bei den Gastgebern aber trotz der deutlichen Abfuhr nicht. „Ich bin vor allen Dingen mit den Leistungen der A-Jugendlichen Matt, Ostermann und Bechtold zufrieden. Die haben gerackert wie die Großen und gezeigt, dass sie für die Zukunft Alternativen bieten können. Allerdings müssen wir sehen, dass wir nicht die Moral verlieren“, hielt TVL-Trainer Claudius Rudolf den Ball flach. Die wenigen hellen Punkte konnten aber nicht über die deutlichen Vorteile der Gäste hinwegtäuschen. Gelnhausen war dem TVL in Punkto Schnelligkeit und körperliche Fitness klar überlegen, hatte im Zweitliga-Spieler Freiwald noch den überragenden Akteur der Partie in seinen Reihen und bestimmte die Partie praktisch nach Belieben. Nachdem die Partie mit dem 7:15 zur Pause bereits entschieden war, hielt sich die TVG-Reserve nach dem Wechsel deutlich zurück, und so konnten die Gastgeber die Partie wenigstens einigermaßen ausgeglichen gestalten.
Torschützen TVL: Matt (6/5), Ostermann (5), Aßmus (5), Kunkel (2), Zejda (2), Lerch, Bechtold, Weingärtner
Schiedsrichter: Plößer/Jenett (Fr.-Crumbach)
Zuschauer: 150
Siebenmeter: 6/5 – 7/6
Zeitstrafen: 3 – 5
Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Frank (TVL; 20.) wegen grobem Foul

Quelle: Hanauer Anzeiger vom 05.10.2005