Unsere Zweite musste ohne ihren verletzten Torwart Berthold Reinholz auskommen, der beim Auswärtssieg in Hainburg sehr ordentlich gehalten hatte. Dennoch stand sie wie schon so oft in dieser Saison in der Abwehr als 6:0-Formation sicher und spielte einen disziplinierten Konzepthandball im Angriff. Aber die vielen freien Torchancen wurden gänzlich vergeben. So stand es bei der Auszeit von Trainer Heinl nach knapp zehn Minuten 0:2. Bernd Müller war es vorbehalten, den ersten Treffer zum 1:3 zu markieren, trotzdem stand es nach 15 Minuten 1:5. Über Gegenstoß und „Zweite Welle“ gelang endlich mit fünf Toren in Folge die Führung. Die Hereinnahme von Marius Finger und Stefan Gibbert brachte mehr Torgefahr im Angriff, allerdings auf Kosten einer nun nicht mehr ganz so starken Deckung. Torhüter Daniel Schädel hatte keinen guten Tag erwischt, hatte aber auch Pech bei vielen Bällen, die vom Block abgefälscht wurden oder vom Innenpfosten zurücksprangen. So konnte Nidderau immer wieder ausgleichen, auch noch zweimal die Führung übernehmen und mit 11:11 ging es in die Pause.

In der zweiten Hälfte legte Nidderau gleich zwei Tore vor. Dieser Rückstand konnte erst zum 15:15 wieder egalisiert werden. Nach dem 15:16 erzielte die TSG drei Treffer zum 18:16 und schien endlich auf der Siegerstraße zu sein, zumal Frank und Stefan Scherling auf 20:17 erhöhten. Aber weit gefehlt. Ein Fangfehler von Bernd Müller sowie zwei völlig freistehend vergebene Torchancen von Marius Finger und René Lahaye ermöglichten Nidderau den nicht mehr erwarteten Ausgleich. Die TSG war aber in Ballbesitz und konnte daher bei nur noch ca. 45 Sekunden Spielzeit den finalen Torschuss gepflegt vorbereiten. Dachten alle, denn schließlich durften beide Mannschaften über 59 Minuten lang jeden Angriff mit mindestens zweimal Durchspielen einleiten und auch nach der achten Freiwurfentscheidung drohte niemals Passsives Spiel. Diesmal aber hob Schiedsrichter Hans Hölzer wie auf Zuruf der Nidderauer Bank plötzlich den Arm und entschied 15 Sekunden vor dem Ende auf „Zeitspiel“ und Ballbesitz für Nidderau. Bürgels Spieler waren von der Unverfrorenheit dieser Entscheidung regelrecht erstarrt. Daniel Schädel konnte aber den folgenden Gegenstoß von Nidderau parieren, dann tropfte noch ein direkt ausgeführter Einwurf der Gäste auf die Latte…und dann war endlich Schluss.

Am Ende eines an sich recht guten Spieles unserer Mannschaft noch froh sein zu müssen, nicht verloren zu haben, ist natürlich kein wünschenswerter Zustand. Andererseits liegt es im Einflussbereich der Spieler, sich nicht in eine solche Situationen bringen zu lassen. Die Spielzeit von der 15. bis zur 55. Minute konnte unsere Zweite mit 19:12 für sich entscheiden. Die katastrophale Chancenauswertung in der Startviertelstunde und in den Schlussminuten kostete letztlich den erhofften Sieg.

 

Daniel Schädel; Frank Scherling (5), Bernd Müller (4), Michael Nöth (3), Marius Finger (2), René Lahaye (2), Stefan Gibbert (2), Stefan Scherling (2), Thorsten Hofmann, Brian Schultz, Robert Lange (n. e.)