TSG stellt nicht nur personelle Weichen neu

Elsässer möchte den Verein führen

Bürgel (mk) Der richtungweisende Streit im Vorstand der TSG Bürgel wurde beigelegt (wir berichteten). Wichtigste personelle Konsequenz: Vorsitzender Harald Siegert steht ein Jahr vor dem offiziellen Ende seiner Amtszeit nicht mehr für diese Position zur Verfügung. Während der Hauptversammlung am morgigen Freitag (20 Uhr, kleiner Saal der TSG) soll Rolf-Dieter Elsässer ihn beerben. Die spannende Frage: Tragen die Mitglieder des größten Bürgeler Vereins das interne Votum mit?

Es wird ab diesem Abend sicher nicht allein eine personelle Entscheidung getroffen. Augenscheinlich ist, dass die Standpunkte von Handball- und Tennisabteilung immer weiter auseinander gehen. Die Handballer wären unter ihrem jetzigen Abteilungsvorsitzenden Elsässer gerne aktiv dabei, wenn die Stadt im Zuge des Ausbaus der Ortsumfahrung Mainzer Ring über ein neues Sportzentrum Bürgel/Rumpenheim nachdenkt. Andererseits möchte die Tennisabteilung (bei deren „Super-Senioren“ schwingt Siegert eifrig das Racket) am liebsten nichts an ihrer Anlage ändern würden, die den Kern des neuen Sportszentrum bilden soll. Pikante Note: Auf der TSG-Tenishalle lasten 1,07 Millionen Euro Schulden. In 26 (teils fetten) Jahren wurde von den 2,4 Millionen Mark Baukosten kaum etwas getilgt.

Noch vor der Versammlung versuchen die Protagonisten ihre Position ins rechte Licht zu rücken. Während etwa die Handballer beklagen, dass die Tennishalle (vier Plätze) nur zu gut einem Drittel belegt sei, unterstreicht die Tennisabteilung in einer Pressemitteilung die Bedeutung ihrer Anlage, zu der noch sieben Freiplätze gehören: „Bis zum Saisonbeginn im Mai trainieren die 15 Meden-Teams in der Vierfelderhalle mit verschiedenen Trainern unter der Leitung von Cheftrainer Arnulf Zipf.“ Immer wieder treffe man auf der Anlage auch Spitzenspieler aus anderen Tennisclubs, wird herausgehoben. Sogar die kroatische Davis-Cup-Spielerin Carolina Sprem (Nichte von Vereinswirtin Dragica Margetic), 1997 Stadtmeisterin für die TSG, habe schon in Bürgel trainiert. Auch weitere Tennisgruppen aus Offenbach und Umgebung nutzten die Halle in Bürgel für Fitness und Spielpraxis. Seit Herbst 2005 gebe es zudem eine Trainingsgemeinschaft mit der Marienschule. In der Seniorenrunde fänden sich Mitglieder, die früher in anderen Sportarten – Handball, Fußball, Leichtathletik, Tischtennis – aktiv waren.

Für rund 300 Tenniscracks der TSG sei das Tenniszentrum „eine zweite Heimat und die angeschlossene Gaststätte ein lieb gewordener Ort für viele gesellschaftliche Anlässe geworden“, heißt es in einer Presseerklärung.  

QUELLE: Offenbach-Post 30.03.2006