Große spielerisch Klasse bekamen rund 150 Zuschauer bei allen Begegnungen nicht geboten. Teils bestimmten übertriebener Ehrgeiz und verbissener Kampf die Spiele, die von den umsichtigen Schiedsrichtern jedoch durchweg souverän geleitet wurden. Die sprichwörtlich „besonderen Derby-Gesetze“ ließen einerseits Nerven flattern oder setzten andererseits Kräfte frei. Besonders deutlich war dies zwischen den Damen der TSG Bürgel und des OFC Kickers zu spüren. Der Außenseiter wehrte sich eine Halbzeit verbissen, und Bürgel verlor durch den couragierten Einsatz nicht nur eine Vielzahl von Bällen, sondern auch die spielerische Linie. Erst nach dem Wechsel war ein Unterschied zu erkennen, als sich die TSG-Damen vom 5:4 zum schließlich klaren 15:7-Sieg absetzten.

 

Die Favoriten-Bürde zu spüren bekamen bei den Männer sowohl die TSG Bürgel als auch der OFC Kickers. Nachdem sich die Gastgeber mit 28:15 so mühelos wie deutlich gegen die TGS Bieber behauptet hatten, standen die Kickers gegen die Bieberer vor enormen Problemen. Bis zum 13:13 weit in der zweiten Hälfte musste die Mannschaft von Wolfgang Knecht zittern, hatte in der Schlussphase aber kaum Mühe, einen 20:15-Erfolg perfekt zu machen. „Völlig ohne Not haben sich meine Jungs auf kleinliche Zweikämpfe mit dem Gegner eingelassen, anstatt sich ihrer Stärken zu besinnen und ihre Vorteile auszuspielen“, ließ Wolfgang Knecht leise Kritik anklingen.

 

Das Phänomen des engagierten Außenseiters mussten am Ende auch die Bürgeler bezwingen. Freilich musste Trainer Drews mit Vrabel, Drosdek, Nowinski, Kaiser, Geyer und Marten gleich fünf Stammspieler ersetzen. Mit der Rumpftruppe konnte die TSG spielerisch nicht überzeugen, bot aber immerhin kämpferisch eine gute Vorstellung und konnte deutliche Rückstände (11:14) wett machen.

 

Bei den Alten Herren setzte sich die Vertretung der TSG Bürgel gegen eine Kombination des OFC und der TGS Bieber mit 28:15 souverän durch.

 

Beim Restprogramm der Titelkämpfe waren sowohl Zuschauer-Interesse als auch sportliches Engagement zu erkennen, zu erkennen war aber auch, dass die Meisterschaften auf dieser Ebene keine Zukunft haben. Neue Ideen sind gefragt, und da darf über eine Teilnahme der Vereine aus Mühlheim und Obertshausen genauso nachgedacht werden wie über Einladungen an die Offenbacher Partner-Städte. Ältere Spieler aus Offenbach, Bieber oder Bürgel erinnern sich sicher gerne an die Reisen nach Tilburg, Zemun, Esch sur Alzette und Puteaux oder die Gegenbesuche.