Die Kickers hatten für das Derby einen ziemlich starken Kader aufgeboten, eine gute Mischung aus ehemaligen Erste-Mannschaft-Spielern und Nachwuchstalenten. Bürgels Betreuer Stefan Lorenz musste dagegen mit Korus, Hieke und Izzo einige Ausfälle verschmerzen. Trotzdem gehörte die Anfangsphase der TSG, die bei einer 3:1 Führung mehrmals die Gelegenheit verpasste, sich auf drei Tore abzusetzen. So konnte der OFC das Blatt zu einer 4:3 Führung wenden und ging seinerseits sogar mit 7:5 in Front. Bürgel spielte in dieser Phase unkonzentriert und hektisch. Als aber Manfred Lampe mit einer Platzwunde am Unterarm verletzt ausscheiden musste, ging ein Ruck durch die Mannschaft (3 € ins Phrasenschwein, ich weiß…). Heinl, Claus Müller (je 2) und El Chami sorgten noch vor der Pause für den 9:9 Ausgleich.

Nach dem Wechsel spielte die TSG in der Deckung defensiver, aber konzentrierter und kompakt. Was aus dem Rückraum der Kickers auf das Bürgeler Tor kam, wurde dann zumeist sichere Beute von Torhüter Michael Wolf. Im Angriff setzte die TSG noch stärker als im ersten Durchgang auf die Torgefährlichkeit von Claus Müller, der immer wieder angekreuzt wurde. So erzielte er noch vier herrliche Treffer aus dem Rückraum, zog die Aufmerksamkeit der Kickers-Deckung auf sich und schuf damit Platz für seine Mitspieler. Vorwiegend Josef Kreis und Heinl profitierten davon und so konnte ein 10:11 Rückstand zur 15:12 Führung gedreht werden. Bei 19:14 für die TSG zehn Minuten vor Abpfiff vergab Stefan Scherling bei einem Tempogegenstoß freistehend die Chance zur Vorentscheidung, stattdessen kamen die Kickers noch einmal auf 17:20 heran. Mit zwei schönen Toren von Rechtsaußen sorgte dann aber der eingewechselte Jörg Werner mit dem 21:17 und 22:18 für die Entscheidung zugunsten der Gäste.

Erfreulich hervorzuheben ist im Nachhinein der sportlich faire Verlauf der Partie trotz der nicht zu verleugnenden Derby-Brisanz. Speziell aus Bürgeler Sicht war es schön zu sehen, dass die Mannschaft in der Lage ist, auch gegen einen starken Gegner und ersatzgeschwächt dagegenzuhalten und ein Spiel über Kampfgeist und Einsatz zu gewinnen. Beim gemeinsamen Bier mit den OFC-Spielern kam es vor der Halle noch zu einem freundschaftlichen Ausklang in der „Dritten Halbzeit“. 

 

Es spielten: Michael Wolf; Claus Müller (9/1), Heinl (4), Josef Kreis (3/1), Werner (2), Stefan Scherling (1), Frank Scherling (1), El Chami (1), Lampe (1/1), Pfannkuchen, Soravia, Ebert, Arnold.