Gestützt auf einen überragenden Peter Vrabel im Tor und einer von Martin Drosdek gut organisierten 5:1 Abwehr gingen die ersten Herren hochkonzentriert in die Partie und lagen bereits nach 10 Minuten mit 6-1 Toren in Führung. Immer wieder gelang es in dieser Phase, die gefährlichen Kesselstädter Rückraumschützen zu schlechten Würfen zu zwingen und die daraus resultierenden Tempogegenstöße sicher zu verwandeln. Im Angriff zog Robert Nowinski gekonnt die Fäden, sodass sich der Gegner bereits nach einer Viertelstunde gezwungen sah, sein gesamtes Konzept umzustellen. Von nun an mit Andreas Geiss für den glücklosen Thorsten Springer im Tor, einem komplett neuen Rückraum und einer engen Deckung gegen Robert Nowinski spielend gelang es der Kegelmann-Truppe, über ein 8-5 (17. Minute) den Rückstand auf 2 Tore zu verkürzen (12-10, 24. Minute), um schließlich mit einer knappen 15-13 Führung für Bürgel in die Pause zu gehen.

 

 

Wer nun darauf wartete, dass Bürgel in der zweiten Hälfte dem hohen Tempo der ersten 30 Minuten Tribut zollen müsse, wurde eines Besseren belehrt. Dank einer großartigen kämpferischen Leistung der gesamten Mannschaft gelang es trotz doppelter  Manndeckung gegen Nowinski und Drosdek, die Kesselstädter nicht nur auf Distanz zu halten, sondern durch teilweise sehenswerte Tore (z.B. einem unhaltbaren Rückhandwurf von Tim Geyer) mit 25-20 Toren (48. Minute) die Führung weiter auszubauen, sodass beim 30-25 (55. Minute) die TSG Bürgel bereits wie der sichere Sieger aussah.

 

Nun kam allerdings – womit keiner der 200 anwesenden Zuschauer rechnen konnte – der große Auftritt des Schiedsrichtergespannes Aßfalg / Stegmann. Nach zwei schnellen Kesselstädter Toren entschieden beide, dass es – anstatt 30-27 für die TSG Bürgel – nun doch nur 29-28 zu stehen habe, da beide Schiedsrichter dieses Ergebnis auf ihrem Kärtchen notiert hatten. Einwände, z.B. dass das sowohl vom Gast aus Kesselstadt als auch von Sandra Schlüter besetzte Schiedsgericht ein anderes Ergebnis hatten, sowie sämtliche in der Jahnhalle anwesenden Personen mit dem Spielverlauf auf der Anzeigetafel einverstanden seien, wurden ebenso zurückgewiesen wie die Bitte, einfach die notierten Tore der einzelnen Schützen zu addieren um so das aktuelle Ergebnis zu bestätigen. Dadurch eines komfortablen 3-Tore-Vorsprunges beraubt, musste  Bürgel in der letzten Spielminute sogar den 29-29 Ausgleich hinnehmen.

 

Aber erneute zeigte die junge Bürgeler Mannschaft eine hervorragende Moral. Nach einer letzen Auszeit und in numerischer Überzahle gelang es Martin „Mäusehammer“ Drosdek durch sein zweites Tor im Spiel 3 Sekunden vor Schluss den mehr als verdienten Siegtreffer zu erzielen.

 

„Meine Mannschaft hat heute nur 80 Prozent gegeben, während ihr mit 110 Prozent am oberen Limit gespielt habt“ musste auch Kesselstadts Trainer Reiner Kegelmann den Sieg der an diesem Tage besseren Mannschaft eingestehen. Ein Sieg von dem man hofft, dass er der jungen Bürgeler Mannschaft den nötigen Rückhalt gibt, die kommenden Aufgaben mit dem neu erkämpften Selbstvertrauen ebenso diszipliniert und voller Spielfreude wie an diesem Tage anzugehen.

  

Für Bürgel spielten:

 

Peter Vrabel und Kai-Uwe Siegorder im Tor

 

Robert Nowinski (11/3), Tim Geyer und Boris Wolf (je 7), Sebastian Marten, (3), Martin Drosdek (2), Andreas Nubert (1), Philipp Thomas, Jens Kaiser, Thorsten Burchardt und Philipp Bott

  

Schiedsrichter: Aßlang (Miltenberg) / Stegmann (Niedernberg)

 

Zeitstrafen: 4 – 3

 

7 Meter: 4/4 – 3/2

 

Zuschauer: 200