Von Beginn an sollte der Gegner mit einer aggressiven 5:1-Abwehr und temporeichem Angriffsspiel unter Druck gesetzt werden. Leider war es die HSG, die diese Komponenten an den Tag legte, Bürgel hingegen agierte viel zu pomadig, langsam und träge. In der Abwehr gelang es zu selten, das Spiel des Gegners zu unterbinden. Man war zu oft den Schritt zu spät oder zu passiv. Im Angriff wurde zu viel aus dem Stand und ohne erkennbaren Druck agiert, viel zu früh und unvorbereitet wurde abgeschlossen. Kombinations- und Zusammenspiel war nicht vorhanden, jeder verrannte sich in Einzelaktionen. Taktische Anweisungen schienen zu verpuffen. Mit dem 6:6 zur Halbzeit konnte man in Bürgel noch zufrieden sein, da die HSG einige klare Torchancen nicht nutzte.

In der zweiten Halbzeit zeigte sich die Abwehr lauffreudiger und kämpferischer und konnte so zu einfachen Ballgewinnen kommen. Zu viele technische Fehler und fehlender Überblich verhinderten allerdings, dass diese Ballgewinne etwas zählbares erbrachten. Im Angriff wurde weiterhin viel zu dicht an der Abwehr und viel zu eng vor der Abwehr gespielt. Nur vereinzelt spielte man druckvoll und mit schönen Passfolgen Torchancen heraus.

Im gesamten Spiel schienen einige Spielerinnen ohne Kopf dabei zu sein. Pässe wurden ins Nichts, zum Gegner oder zum gedeckten Mitspieler gespielt. Die freie Mitspielerin wurde häufig nicht oder zu spät gesehen und im allgemeinen fehlte es an Überblick wo ist der Ball, wo ist der Gegner, wo ist der Mitspieler, wie viel steht es, was hat der Schiedsrichter gerade gepfiffen und wie lange ist die verbleibende Spielzeit.

Jede Spielerin ist jetzt gefragt, im nächsten Spiel eine andere Einstellung mitzubringen. Dazu gehört allerdings auch, im Training konsequent zu arbeiten, Kritik anzunehmen und Verbesserugsvorschläge versuchen umzusetzen.