Mit einer kompakten 6:0-Deckung ging man ins Spiel und wollte aus dieser sicheren Deckung mit viel Tempo den Gegner unter Druck setzen. Soviel zur Theorie, die Praxis sah etwas anders aus. Zwar stand man gut in der Defensive und ließ dem Gegner kaum ein Durchkommen in der Mitte, es wurde aber zu häufig nicht schnell genug auf die Außenpositionen nachgeschoben, sodass Niederrodenbach immer wieder zu leichten Treffern über die Außenspielerinnen kam. Im Spiel nach vorne erarbeitete man sich anfangs gute Wurfchancen und überlief den Gegner auch das ein oder andere Mal. Leider zeigten unsere Damen aber eine eklatante Abschlussschwäche oder der Ball fand nicht den Weg zur freien Mitspielerin. Durch die entstandene Unsicherheit ließ man sich von der Schläfrigkeit im Spiel der Hausherrinnen anstecken und unterband immer seltener das leicht zu durchschauende Angriffsspiel dieser. Und wenn man den Gegner mal zu technischen Fehlern oder schlechten Wurfsituationen zwang, war es der Schiedsrichter, der ein schnelles Wechseln des Ballbesitzes zu unterbinden wußte. Im Angriff wurde mit zu wenig Laufbereitschaft und Schnelligkeit agiert und zu selten Spielzüge angesetzt, weshalb Niederrodenbach mit 9:7 in die Halbzeit gehen konnte.

Nach dem Wiederanpfiff begann Bürgel nun so langsam das zu zeigen, was man sich vorgenommen hatte. Eine Umstellung der Abwehr auf 5:1 ließ den Gegner kaum noch zu druckvollem Angriffsspiel kommen. Mit leichten Ballgewinnen wurde über die erste und zweite Welle Tempo gemacht. Immer wieder nutzten die TSG-Damen ihre Schnelligkeit im Spiel 1 gegen 1 aus und konnten oftmals nur noch mit zum Teil über hartem Einsteigen des Gegners gestoppt werden. Die Abschlussschwäche hatte allerdings auch noch in den zweiten 30 Minuten bestand, wodurch man sich bis 10 Minuten vor Schluss nicht entscheidend absetzen konnte. Am Ende hieß es 16:22, wobei es eigentlich 40 Tore hätten sein müssen.

Ob man es als beruhigend ansehen kann, dass man trotz solch einer miserabelen Chancenauswertung und nur mit 20 Minuten überlegenem Handball spielen diesen Sieg einfahren konnte, ist dahin gestellt. Beides gilt es bis zum nächsten Heimspiel am kommenden Sonntag gegen den Tabellenführer aus Dreieich zu verbessern, will man nicht wie im Hinspiel unter die Räder kommen.