Die Vorzeichen vor dem Spiel standen schlecht, musste die Mannschaft doch neben dem gesperrten Nils Lenort mit Stephan Denhard, Thomas Vogel, Felix Heckmann, Mirco Bagnara und Dominik Führ auf fünf weitere Akteure verzichten, die entweder krank, verletzt oder beruflich verhindert waren. So trat man mit nur sechs Feldspielern aus dem Kader der ersten Mannschaft an, der glücklicherweise um Tim Geyer und Jacek Naglik aus der Zweiten verstärkt wurden. Der Tabellenführer trat dagegen in Bestbesetzung an.

Doch bereits nach den ersten Minuten war zu sehen, dass sich die Mannschaft nicht ihrem Schicksal ergeben wollte. So setzte man in Angriff als auch vor allem in der Abwehr alles daran, das Spiel möglichst lange offen gestalten zu können. Dies gelang immer wieder so gut, dass Fränkisch-Crumbach zwar stets führte, es ihnen aber nie gelang, sich abzusetzen. Im Angriff wurde geduldig gespielt und gegen die passiv agierende 6:0-Deckung häufig der besser postierte Mitspieler gefunden. Mit dem Treffer zum 18:15 für die Hausherren ging man in die Pause. In der Kabine herrschte dennoch positive Stimmung, war doch allen Spielern bewusst, dass mit der bislang gezeigten Leitung noch alles offen sein würde.

Nach Wiederanpfiff lief das Spiel zunächst weiter wie in den ersten 30 Minuten und die TSG hielt den Anschluss. Als aber über einige Minuten im Angriff das Glück fehlte, setzte sich der Tabellenführer erstmals auf 26:20 ab. Doch noch immer war die TSG nicht gewillt, die Niederlage zu akzeptieren und mobilisierte die letzten Kraftreserven. Die Abwehr verteidigte nun noch besser gegen den Kreisläufer und war sogar in der Lage, den Gegner zu Ballverlusten zu zwingen. Im Angriff wurden die Chancen wieder besser genutzt und der Abstand wieder auf drei Tore reduziert.

Beim Stand von 32:29 ging es in die letzten fünf Minuten, wo Bürgels Abwehr in der Lage war, jeden Angriff des TV abzuwehren und so die Chance auf einen Punktgewinn am Leben hielt. Mit konsequent ausgespielten Angriffen gelang dann tatsächlich 20 Sekunden vor dem Schlusspfiff der verdiente Ausgleichstreffer. Der letzte Angriff wurde souverän abgewehrt und im Anschluss der sensationelle Punktgewinn ausgelassen gefeiert.

Letztendlich muss man vor Leistung jedes einzelnen Spielers den Hut ziehen. Wie über die gesamte Spielzeit diszipliniert gespielt und der aussichtslos scheinende Kampf angenommen wurde, verdient größten Respekt. Gerade die Spieler, die im bisherigen Saisonverlauf nur begrenzt zum Einsatz kamen, haben bewiesen, dass sie da sind, sobald man sie braucht. Diesen Kampfgeist und diesen mannschaftlichen Zusammenhalt gilt es jetzt mit in die kommenden schweren Spiele zu nehmen, denn mit Babenhausen, Gelnhausen und Asbach stehen drei Duelle an, die in der Hinrunde allesamt nicht gewonnen wurden.

Am kommenden Wochenende steht für die TSG direkt der nächste Kracher an. Am Sonntag ist die SG Rot-Weiss Babenhausen (3. Platz/ 28:10) zu Gast in Bürgel, die dank des Punktverlusts von Fränkisch-Crumbach nur noch zwei Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze hat und wieder im Rennen um die Meisterschaft ist. Im Hinspiel unterlag man in Babenhausen mit 32:36, hat somit noch eine Rechnung offen. Anpfiff ist um 18 Uhr in der ESO Sportfabrik. Bei diesem Spitzenspiel hofft die Mannschaft auf eine volle Halle und die Unterstützung ihrer tollen Fans.

Es spielten:

TV: Zimmer, Kiss; Seipel (8/3), Bursuc (1), Lieb (6), Spieß (1), Eckert (2), Göbel, Pektas, Jeler (2), Kovaci (4), Almeida, Schümann (7)

TSG: Wösthoff, D. Nastos; S. Lenort (5), Wolf (5), Vogt (9/5), Wilde (7), P. Nastos, Kleimann (5), Hock, Geyer (2), Naglik (1) – Auf der Bank: Christian Breiler und Reinhard Walter

Spielfilm: 1:0; 4:1; 4:3; 7:3; 7:6; 12:9; 13:12; 18:15 – 19:15; 20:17; 26:20; 28:23; 29:26; 32:29; 32:32

Siebenmeter: 3/5 – 4/7

Zeitstrafen:      7 – 4

Zuschauer:      200