Nach dem Auswärtssieg letzte Woche beim Titelaspiranten wollten die Damen der TSG am gestrigen Samstag zuhause gegen die HSG Oberhessen, einer Mannschaft, die im oberen Tabellendrittel zu erwarten ist, nachlegen und weitere Punkte einfahren. In den vergangenen Jahren gab es sowohl deutliche Niederlagen als auch souveräne Siege gegen die Spielgemeinschaft aus Oberhessen.

Die TSG startete engagiert und motiviert in die Partie. Mit einer aggressiven 3:2:1-Deckung liefen die Angriffe der HSG oft ins Leere und mit eigenem druckvollem Angriffsspiel ergaben sich immer wieder Torchancen, die die TSG zu nutzen wusste. Beim 7:3, Mitte der ersten Halbzeit, schien man den Gegner im Griff zu haben und hätte seinen Stiefel nur weiter runter spielen müssen. Leider verloren die Bürgeler Damen plötzlich völlig den Faden. In der Deckung agierte man nicht mehr, sondern schaute nur noch zu, wie der Gegner immer wieder im 1:1 zum Torwurf kam. Die Laufbereitschaft und der Körpereinsatz waren verschwunden und Verunsicherung breitete sich aus. Im Angriff reihte sich ein technischer Fehler an den nächsten und beim 7:7 war das Spiel wieder völlig offen. Jetzt dominierten die Gäste und erspielten sich bis zur Halbzeit ein 11:13.
Im zweiten Abschnitt stand die Defensive nach einer Umstellung in die 6:0-Formation wieder besser und auch Sophia Kroth im Tor entschärfte einige gute Wurfchancen der HSG. Im Angriff spielte man aber weiterhin zu viel quer und statt den Abschluss zu suchen, passte man immer wieder wirkungslos. Bürgel tat sich schwer, Tempo in das Spiel zu bekommen und die großen Räume in der gegnerischen Abwehr zu nutzen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die Führung immer wieder wechselte. Über 13:13 stand es fünf Minuten vor Ende 19:20. Mit zwei Toren in Folge hieß es eine Minute vor Ende 21:20. Oberhessen konnte ausgleichen und der Krimi ging weiter. Da beiden Seiten nie wussten, wie der Schiedsrichter bei klarsten Situationen entschied, war es gefühlt wie ein Lotteriespiel und beide Trainer verzweifelten. Eine Zwei-Minuten-Strafe gegen die Gäste schien Bürgel in Ballbesitz 30 Sekunden vor dem Ende in die Karten zu spielen. Zuviel Hektik, zu wenig Struktur und Überblick im Angriffsspiel der TSG verhinderten dann einen möglichen Siegtreffer und die Partie endete 21:21.
Letztendlich starteten die Bürgeler Damen mit 3:1 Punkten gegen zwei Top-Teams der Liga sehr gut in die Saison und können zufrieden sein.
Es spielten: D. Rieth, S. Kroth, D. Mastroserio 3, D. Margetic 2, S. Müller 1, C. Jöckel, K. Tschotschek, J. Kopp 5/2, K. Nastou, L. Hoddersen 4, B. Fenn-Nubert 2, T. Frank, M. Rümmelein 4/1
Spielfilm: 1:0 2:3 7:3 7:7 9:11 11:13 – 13:13 14:16 18:18 21:20 21:21
Gelbe Karten: 3 – 2
Zeitstrafen: 3-5
Siebenmeter: 3/3 – 6/6