Aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz waren die Bürgeler Damen gewarnt und taten gut daran, die FSG Seligenstadt/Zellhausen, ein Gegner aus der hinteren Tabellenhälfte, nicht zu unterschätzen. Beim 20:30 (11:14)-Auswärtssieg hatten die TSG-Damen mehr Mühe, als es gegen den vermeintlich schwächeren Gegner zu vermuten war.

In der Abwehr agierte die TSG zu verhalten, wodurch sich der Gastgeber immer wieder im 1:1 durchsetzte oder den viel zu frei stehenden Kreis anspielte. Absprachen und Nachschieben auf die Ballseite fehlten gänzlich und auch der Ballführer wurde nicht zwingend attackiert. Erst eine Umstellung von der 6:0- auf die 5:1-Formation brachte Besserung und Sicherheit in die Bürgeler Defensive. Das Tempospiel nach vorne wurde viel zu selten genutzt und im Positionsangriff war Bürgel zu statisch. Die Mannschaft wirkte schläfrig und schien nicht richtig bei der Sache zu sein. Das Einwechseln von Bettina Fenn-Nubert auf die Spielmacherposition strukturierte den Bürgeler Angriff und man nahm beim 4:4 letztmalig den Ausgleich hin. Die Entschlossenheit im Zweikampf und im Abschluss verbesserte sich und der Angriff agierte beweglicher. Das gewünschte Tempo im Umschalten von Abwehr auf Angriff wurde aber weiterhin vermisst. Trotzdem erspielten sich die TSG-Damen einen 3-Tore-Vorsprung (11:14) bis zum Halbzeitpfiff.
In den zweiten 30 Minuten variierte Bürgel in der Defensive mal mit einer Manndeckung, offensiven Außen, 5:1 oder 6:0 und brachte Seligenstadt so immer wieder aus dem Konzept. Problem blieb allerdings die fehlende Beinarbeit und das Verschieben sowie das Arbeiten gegen den Ball, wodurch man immer wieder einfachste Torchancen zuließ und der Gegner im Spiel blieb. Im Angriff zeigten die Mädels endlich häufiger, dass sie in der Lage sind, den Gegner zu überlaufen und mit schnellen Passfolgen oder in der Kleingruppe auszuspielen. Ob im Rückraum, den Außen oder am Kreis, Bürgel bewegte sich und entwickelte Druck auf die Abwehr und Zug zum Tor. Ab der 50 Minute hatten die Gastgeber gegen die kompakt stehende TSG-Abwehr nichts mehr entgegen zu setzen und die TSG-Damen bauten die Führung Tor um Tor aus. Die Fenn/Rieth-Truppe bestimmte zwar ab der 10. Minute das Spiel, aber erst ab der 50 Minute dominierte man es auch. Letztendlich fiel der 20:30-Sieg bei nüchternem Betrachten des Spielverlaufes etwas zu hoch aus, andererseits zeigt dies aber auch, dass man physisch den Gegnern überlegen ist.
Das nächste Spiel findet am Sonntag, 30.11.14 um 18:00 Uhr in der Sportfabrik gegen die HSG Maintal statt, eine weitere Mannschaft aus dem Tabellenkeller. Das wird sicher auch ein hartes Stück Arbeit und kein Selbstläufer, denn die Maintalerinnen siegte zuletzt gegen Isenburg/Zeppelinheim und setzte damit ein Ausrufezeichen.
TSG: Kroth, Scheuermann; D. Mastroserio, Margetic 1, E. Specht 2, Kaiser 1, Nastou, Jöckel 2, Kopp 6, Hoddersen 5, Fenn-Nubert 3, Müller 5, Rümmelein 5/3
Spielfilm: 1:0 4:4 4:7 7:9 7:11 10:12 11:14 – 11:16 15:18 17:21 18:24 20:25 20:30
Siebenmeter: 3/2 – 4/3
Zeitstrafen: keine