Die Herren I der TSG Offenbach-Bürgel haben zum Rückrundenauftakt in der Oberliga Hessen ihr Auswärtsspiel bei der ESG Gensungen/Felsberg mit 30:31 (12:13) verloren. Mit nunmehr 13:15 Punkten steht die TSG auf dem 9. Tabellenplatz und täte gut daran die kommenden beiden Heimspiele zu gewinnen, um nicht auf einen Abstiegsplatz zu rutschen.
Mit einem dezimierten Kader reiste man am Samstagnachmittag nach Gensungen und war gewillt, die schwachen Leistungen aus den letzten drei Partien in 2016 vergessen zu machen. Nachdem sich dann Timo Cohen auf Bürgeler und Max Pregler auf Gensunger Seite beide früh verletzten, mussten beide Mannschaften fast die gesamte Partie ohne große Wechselmöglichkeiten im Rückraum überstehen. Dies hatte großen Einfluss auf die Qualität des Spiels und so entwickelte sich schon nach wenigen Minuten ein Spiel auf schwachem Niveau. Beide Abwehrreihen machten gegen drucklose Rückraumbesetzungen einen guten Job und so fielen auf beiden Seiten die Tore hauptsächlich über die 1. und 2. Welle sowie von den Außenpositionen. Hierbei machte die TSG zunächst den fitteren Eindruck und hielt das Tempo hoch. Zu viele technische Fehler und vergebene Chancen der Bürgeler hielten die Hausherren jedoch im Spiel und so gelang es keiner Mannschaft, sich vor der Pause abzusetzen.
Positiv hervorzuheben waren schon in den ersten 30 Minuten der Einsatz und Kampfgeist der Mannschaft. Doch auch die ESG nahm den selbst ausgerufenen Abstiegskampf an, wirkte jedoch vor dem Seitenwechsel noch ein wenig nervös, da ein Heimsieg fest eingeplant war. Diese Nervosität machte sich die TSG in der Anfangsviertelstunde der zweiten Halbzeit zu Nutze und erspielte sich dank guter Abwehrarbeit und schnellem Umschaltspiel eine 22:19-Führung. Dieser Rückstand diente dann aber den Gensungern als Weckruf: mit einem 3:0-Lauf glich man erneut aus und in den verbleibenden 15 Minuten ging keine Mannschaft mit mehr als einem Tor in Führung.
Ab der 52. Minute überschlugen sich dann die Ereignisse. Marvin Hoppenstaedt bekam vom frei stehenden Kreisläufer unbedrängt genau ins Gesicht werfen und kassierte anschließend eine Zeitstrafe, weil er sich in den Augen der Schiedsrichter zu sehr beschwerte. Mit einem Tor in Unterzahl überstand man diese Situation jedoch, versäumte es dann aber eine doppelte Überzahl zu nutzen, um sich mit zwei Toren abzusetzen. Anschließend wurde ein Gegenstoß sowie der Abpraller verworfen und im nächsten Angriff ein Strafwurf verworfen, sodass die Gastgeber 90 Sekunden vor dem Schlusspfiff mit 29:28 in Führung gingen. Im Gegenzug erzielte Bürgel per 7m den Ausgleich und Gensungen kassierte für das Foul eine Zeitstrafe. Wie in der gesamten Partie nahm die ESG auch jetzt wieder den Torwart aus dem Spiel um im Angriff 6gg6 spielen zu können. So gelang ihnen die erneute Führung, eine schnelle Einwechslung des Torwarts wurde jedoch verschlafen. So erziele Nils Lenort per direktem Anstoß 13 Sekunden vor dem Ende den Ausgleich in das leere Tor. Doch statt sich nach dem Tor in der Abwehr zu formieren entschieden sich die Jungs, offensiv ein Foul nach dem Anwurf zu machen. Dies gelang nicht und der Mittelmann der Gastgeber erzielte mit dem Abpfiff aus 9m unbedrängt das Siegtor zum 30:31.
Am Ende steht für die TSG eine äußert unglückliche und unnötige Niederlage aus der es die richtigen Lehren zu ziehen gilt. Die Mannschaft zeigte kämpferisch und in Sachen Einstellung eine deutliche Steigerung und war auch in der Defensive wieder deutlich aktiver. Zudem stimmte der Teamgeist und jeder war gewillt, für den anderen einen Schritt mehr zu gehen. Diese Tugenden gepaart mit der Heimstärke müssen in den kommenden beiden Spielen zu Heimsiegen umgemünzt werden.
Erster Gegner im neuen Jahr in der ESO-Sportfabrik wird am kommenden Samstag um 19.00 Uhr Mitaufsteiger TuS Dotzheim sein. Die TuS steht mit 11:17 Punkten hinter der TSG und kann mit einem Sieg auf Distanz gehalten werden. Zudem ist ein Sieg aus deshalb wichtig, weil dieser den direkten Vergleich zu Gunsten der TSG entscheiden würde. In dieser eng umkäpften Liga mit bis zu fünf Absteigern kann der gewonnene direkte Vergleich entscheidend im Kampf um den Klassenerhalt sein. Dabei hofft die Mannschaft auf zahlreiche und lautstarke Untertsützung durch ihre Anhänger. Auf geht’s TSG!
TSG: Hoppenstaedt (1), Gezer; Oeste (1), Zahn, Käseberg, Gotta (3), Nastos (2), Rivic (4), Müller, Hofmann (7), Lenort (9/4), Cohen (1), Steinheimer (2)
Zeitstrafen: 6 – 7
7m: 4/5 – 4/5
Zuschauer: 350