Die Damen I der TSG Offenbach-Bürgel haben in der Landesliga Süd nach schwacher Leistung mit 22:23 (11:9) bei der HSG Bachgau verloren und es somit verpasst sich vom Mittelfeld der Liga abzusetzen.
Am gestrigen Samstag galt es für die ersten Damen der TSG Bürgel (3.) beim Spiel in Großostheim gegen die HSG Bachgau (6.) den wertvollen Sieg vor dem Faschingswochenende gegen Bensheim zu bestätigen und sich vom Mittelfeld abzusetzen. Schon das Aufwärmen wirkte wenig überzeugend und Trainerin Marion Fenn mahnte ihre Mannschaft an, dass das Spiel kein Selbstläufer werden würde, zumal Bachgau mit Denise Engel die beste Torschützin der Landesliga Süd in ihren Reihen hatte.
Es war kein gutes Spiel, die besten Akteure der ersten Halbzeit waren die beiden Schiedsrichter. Ballverluste und technische Fehler auf beiden Seiten reihten sich aneinander. Der Bürgeler Angriff agierte pomadig, langsam und drucklos, kein einziges Mal schafften es die Mädels, den Ball von links nach rechts durchzuspielen, ohne dass der Ball nicht gefangen wurde oder man sich von der Abwehr zumachen ließ. Fehlende Körperspannung im 1gg1 oder gar der Überblick, die großen Lücken in der 6:0-Formation der HSG-Abwehr zu erkennen sowie das nicht mitdenken und nicht mitspielen der eigenen Mitspielerinnen, machte es der HSG-Abwehr leicht, Bürgel unter Kontrolle zu halten und Gegenstöße zu laufen. In der Abwehr waren die TSG-Damen generell einen Schritt zu langsam und es fehlte an der Absprache, sodass die Gastgeberinnen sich immer wieder mit Einzelaktionen durchsetzen konnten. Marion Fenn im Bürgeler Tor zeigte eine ordentliche Leistung und war Grund dafür, dass sich die Angriffsschwäche nicht auf der Anzeigentafel sichtbar machte. Aber auch sie war nicht so souverän wie zuletzt und schaffte es, einen gehaltenen Ball beim Aufheben ins eigene Tor zu bringen. Dennoch legte die TSG bis zur Halbzeit eine 3-Tore-Führung vor, was den wenigen erfolgreichen Tempogegenstößen zu verdanken war und lag auf Kurs.
Anfang der zweiten Halbzeit schien sich die TSG gefangen zu haben und verwaltete die Führung. Allerdings fehlte es weiterhin am Umschaltverhalten und Tempo, sodass die Führung nicht ausgebaut werden konnte. Die Defensive, das Prunkstück der TSG, zeigte an diesem Tag ebenfalls ungewohnte Schwächen. Es wurden keine Unterbrechungen geschaffen, der Gegner wurde kaum angenommen und der immer wieder gespielte Nachläufer der HSG konnte nicht verteidigt werden. Die HSG war es dann, die Mitte der zweiten Halbzeit mehr für den Sieg investierte. Mehr Wille, Tempo, Einsatz und Bereitschaft zeigte, derweil die Bürgeler Frauen vor allem im Rückraum und am Kreis weiterhin enttäuschten. Tor um Tor holten die Gastgeberinnen auf und setzten sich selbst mit 2 Treffern ab. Bei Bürgel zog es sich wie ein roter Faden durch das Spiel, dass einer guten Aktion drei schlechte Aktionen folgten. Im Angriff fehlte das Durchsetzungsvermögen, immer wieder strauchelten die TSG-Frauen rückwärts nach Kontakt durch den Gegner und die Würfe aufs Tor glichen Rückpässen zum Torwart. Einzig Stephanie Tabery war bemüht Tempo und Druck aus dem Rückraum zu machen. Die Defensive bekam keinen Zugriff auf die spielbestimmende Denise Engel der HSG, egal ob in der 6:0, 5:1, 4:2, 3:3 oder mit einer Manndeckung. Beim 22:21 die letzten 4 Minuten hatte Bürgel nochmal die Chance, das Spiel zu drehen, war die TSG doch in Überzahl und 2 Minuten davon sogar in doppelter Überzahl. Sie konnte aber keinen Profit daraus schlagen, da nicht strukturiert und ballsicher gespielt wurde und die Defensive zu instabil stand, was spiegelbildlich für das gesamte Spiel war. Auch dass ein Freiwurf 5 Sekunden vor Ende nicht verteidigt werden konnte und Engel mit einem Sonntagsschuß den 23:22-Siegtreffer für die Hausherrinnen erzielte, passte zu dem verkorksten Tag.
Sowohl der zweite wie auch der dritte Platz sind jetzt aus eigener Kraft nicht mehr zu erreichen, lediglich Platz vier kann gesichert werden, wenn keine Partie mehr verloren geht. Damit beginnen müssen die Damen am kommenden Sonntag um 18.00 Uhr in der Sportfabrik, wenn der Tabellenletzte die HSG Oberhessen zu Gast ist. Man muss hoffen, dass Griesheim und Bensheim noch einmal straucheln, damit ein Platz unter den ersten drei und damit das Saisonziel unter den besten vier zu sein, optimal umgesetzt werden kann.
TSG: Kroth, Fenn, Mastroserio, Seitz, E.Specht, Kaiser 3/3, Giegerich 4, M.Specht 2, Fleichhacker 1, Hoddersen, Tabery 8, Kirschig 4
Spielfilm: 1:0 1:2 3:6 7:7 9:8 9:11 HZ 9:12 11:14 14:14 15:16 17:17 19:17 20:19 22:20 22:22 23:22
gelbe Karten: 1-2, 2 Min.: 4-1, rote Karte: (3x2Min.) 1-0, 7m: 7/8-3/5