Die Damen I der TSG Offenbach-Bürgel kamen bei ihrem Auswärtsspiel in der Landesliga Süd gegen die TuSpo Obernburg nicht über ein 28:28-Unentschieden (16:16) hinaus. Trotz des Punktverlustes bleibt jedoch auf dem ersten Tabellenplatz.
 
Ohne Anna-Lena Seitz (Meniskusanriss), die dieses Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen wird und mit einer angeschlagenen Lynn Hoddersen (Bluterguß im Knie) und Marion Fenn (Grippe) war Bürgel etwas dezimiert nach Bayern gereist. Die TSG war gewarnt vor dem Gegner und sollte die Tabellensituation nicht für bare Münze nehmen, hatte die Tuspo Obernburg doch in Bensheim/Auerbach einen Sieg einfahren können und ihre restlichen Spiele nur knapp verloren.
 
Obernburg legte los wie die Feuerwehr und war hoch motiviert. Alle drei Rückraumpositionen kamen mit viel Tempo und Zug in die Lücken angelaufen und spielten, nachdem sie zwei Bürgelerinnen gebunden hatten, den Ball immer noch weiter auf die nächste Position, die dann zum Torabschluss kommen konnte. Die TSG schaffte es nicht mit ihrere offensiven Abwehr, das Passspiel zu unterbinden und einen Freiwurf zu erzwingen, zu wenig wurde gegen den Ball und Gegner gearbeitet. Nach vorne agierten die TSG-Frauen, verunsichert durch das druckvolle Spiel der Gastgeber, zu verhalten. So hieß es 5:0 nach 6 Minuten. Nach einer Auszeit kam Bürgel endlich, angetrieben von einer starken Judith Kirschig im Rückraum, besser ins Spiel, erarbeitete sich durch schnelles Pass- und Laufspiel sowie schöne Kombinationen Torchancen und verkürzte Tor um Tor. Beim 7:8 konnte man dann erstmals in Führung gehen.
 
Die TSG-Abwehr konnte jedoch weiterhin, auch nach einer Umstellung mit einer defensiveren Ausrichtung, die quirligen Rückraumspielerinnen der Tuspo nicht stoppen, sodass sich diese immer wieder im 1gg1 durchsetzen konnten oder ihre Außenspielerinnen bedienten. Bürgel schaffte es nicht, mit guter Armarbeit die Finger an den Ball zu bekommen und durch zu viel Querbewegung und zu wenig Aktion nach vorne stand man nicht zwischen Ball und Tor. Somit blieb Obernburg dran. Eine Manndeckung gegen Judith Kirschig sollte gegen Ende der ersten Halbzeit die TSG aus dem Tritt bingen. Der sich nun bietende Raum konnte vor allem von Tamara Stadter und Madeleine Giegerich sehr gut und effektiv genutzt werden. Zur Halbzeit war die Partie beim 16:16 weiterhin ausgeglichen.
 
Das Spiel ging minder spannend und mit weiterhin viel Tempo auch nach dem Wiederanpfiff weiter. Kein Team konnte sich absetzen und keine Mannschaft zeigte physische Verschleiserscheinungen. Beide Seiten zeigten weiterhin eine Partie auf hohem Nievau. Bürgel versuchte mit immer wieder wechselnden Abwehformationen die Tuspo aus dem Rythmus zu bringen, was teilweise auch gelang. Im Angriff wurde immer wieder zwischen einem 5gg5 ohne Kreis und der Aufstellung mit der in Manndeckung genommenen Judith Kirschig am Kreis gewechselt, sodass sich der Gegner nicht richtig einstellen konnte. Dies zeigte Erfolg, Mitte der zweiten Halbzeit hatte die TSG beim 21:26 mit 5 Toren-Vorsprung alles im Griff und schien dem Gegner den Zahn gezogen zu haben. Es wurde gut und erfolgreich in der Kleingruppe Rückraum-Kreis gearbeitet, sich überzeugend im 1gg1 durchgesetzt oder Strafwürfe heraus geholt.
 
Die TSG spielte weiterhin gut und druckvoll im Angriff, die letzten 11 Minuten wollte aber kein Treffer mehr gelingen. Entweder traf man den Pfosten, verzog den Wurf oder es wurde immer wieder die flach sehr gut agierende Torfrau der Tuspo in Szene gesetzt. Nervosität schlich sich ein, die durch das lautstarke Puplikum in Obernburg noch verstärkt wurde. Das führte dazu, dass zu früh und unvorbereitete abgeschlossen wurde sowie unclevere Einzelaktionen gestartet wurden. Die TSG selbst brachte den Gegner so immer wieder in Ballbesitz und bauten ihn auf. Obernburg lief weiter mit Tempo und viel Zug zum Tor seine Angriffe und konnte verkürzte, da in der Bürgeler Abwehr wieder das Arbeiten gegen den Ball fehlte und auch zu große Räume vorhanden waren. Es wurde nicht mehr kompakt genug verschoben und somit konnte nicht effektiv zu gemacht werden, sodass die Gastgeberinnen immer wieder zum Torabschluss kamen. Eine fragwürdige 2 Minuten-Strafe in der 58. Minute gegen die TSG beim Stand von 26:28, bei der sich die Schiedsrichter von dem lautstarken Publikum der Tuspo haben beeinflussen lassen, war ebenso spielentscheident wie die Abschlußschwäche der Bürgeler Damen in den letzten 15 Minuten, die vergebenen 7m und die über die gesamte Spielzeit schwache Torhüterleistung auf Seiten der TSG. Dass die Gastgeber dann 10 Sekunden vor Abpfiff mit einem Strafwurf zum Ausgleich kamen, war dann nur noch eine logische Konsequenz.
 
Am kommenden Samstag gilt es, zum letzten Spiel der Hinrunde und damit vor der Weihnachtspause, nochmal alle Kräfte zu mobilisieren und 2 Punkte beim Aufsteiger aus Kinzigtal einzufahren. Das Spiel ist nicht wie ursprünglich angekündigt in Bürgel, sondern findet bei HSG Kinzigtal statt. Anpfiff ist um 16.30 Uhr in Schlüchtern und die Damen hoffen, dass ihre ihre Fans sie nochmals lautstark unterstützen werden.
 
Spielfilm: 5:0 5:5 7:5 7:8 11:11 16:16 HZ 18:18 20:20 20:23 21:26 23:28 28:28
 
gelbe Karten: 2-3, 2 Min: 2-1, 7m 7/7-4/7
 
Es spielten: Kroth, Fenn, Mastroserio 1, E.Specht 1, Hof 1, Giegerich 6, M.Specht 1, Kopp n.e., Hoddersen, Stadter 7/3, Tabery 1, Müller 1, Kirschig 9/1