Die Herren I der TSG Offenbach-Bürgel haben in der Oberliga einen Sieg gegen die HSG Wettenberg verschenkt. Nach deutlicher 21:15-Führung gab man das Spiel noch mit 33:34 aus der Hand. Die TSG verpasste somit die große Chance, sich ein deutliches Polster  auf die Abstiegsränge zu verschaffen und Anschluss an das obere Tabellendrittel zu knüpfen.
Bürgel startete wie die Feuerwehr ins Spiel. Aus einer guten Abwehr mit stark aufgelegtem Silahan Gezer im Tor kam man immer wieder zu leichten Toren aus der ersten und zweiten Welle. Die Gäste probierten Formation um Formation, doch nichts schien Erfolg zu bringen. So stand es nach knapp 20 Minuten bereits 17:8 für die TSG. Doch Wettenberg steckte dennoch nicht auf und fand mit einer 5+1-Deckung die Lösung gegen den stark spielenden TSG-Angriff. In der eigenen Offensive setzen die Gäste jetzt mehr auf Zweikämpfe, die von Bürgel Abwehrreihe nur schlecht verteidigt wurden. So gestalteten sich die letzten Minuten der ersten Halbzeit zu Gunsten der HSG und der Tabellendritte ging trotz des Rückstandes optimistisch in die Pause. Bürgel hingegen wusste, dass man sich noch lange nicht in Sicherheit wiegen konnte.
Und so kam es, wie es kommen musste. Binnen 8 Minuten verkürzten die Gäste auf drei Tore (24:21) und das Spiel entwickelte sich für die TSG in die komplett falsche Richtung. Im Angriff ließ man sich von dem variabel verteidigenden Vorgezogenen der Gäste komplett verunsichern und produzierte Ballverlust um Ballverlust. Die eigene Abwehr agierte zunehmend nicht mehr als Einheit. So stand man zu häufig alleine in Zweikämpfen mit den dynamische Rückraumspielern Wettenbergs. Diese nutzen die Räume und erzielten fast nach Belieben Tore und Durchbrüche. Da sich Bürgel zudem unnötige Zeitstrafen einhandelte lag man in der 51. Minute dann völlig verdient erstmals zurück (26:27). Man versuchte zwar verzweifelt, das Ruder wieder rumzureißen, doch vernachlässigte die Abwehrarbeit dabei weiter sträflich. So erzielte Wettenberg in den verbleibenden Minuten in jedem Angriff ein Tor und gewann das Spiel letztlich mit 33:34.
Diese Niederlage war vollkommen unnötig. Fast die komplette Mannschaft trat im zweiten Durchgang völlig kopflos auf und war nicht in der Lage, sich an die geänderte Spielweise der Gäste anzupassen. So bekam man deutlich vor Augen geführt, was einem noch zu einer Spitzenmannschaft in der Oberliga fehlt.
Am kommenden Wochenende hat die Mannschaft die Chance auf Wiedergutmachung – und das gleich in doppelter Hinsicht. Dann spielt die TSG nämlich am Samstag um 20 Uhr bei der HSG Pohlheim. Gegen die HSG verlor man im Hinspiel deutlich mit 25:33 und zeigte eine seine schwächsten Saisonleistungen. Im Rückspiel gilt es, den bulligen Rückraum besser unter Kontrolle zu bringen und im eigenen Angriff schneller und variabler zu spielen – das hat gegen Wettenberg bereits 30 Minuten funktioniert. Dabei hofft die TSG auf die Unterstützung ihrer Anhänger. Auf geht’s TSG!
TSG: Gezer, Hoppenstaedt; Nath (1/1), Kaiser, Zahn, Käseberg, Müller (1), Kretschmann (7), Wagenknecht (5), Hofmann (8), Lenort (5), Cohen (3), Feuring, Lehmann (3)
Siebenmeter: 1/2 – 3/3
Zeitstrafen: 4 – 4
Zuschauer: 300