Am gestrigen Samstag stand die Partie bei der HSG Bachgau an (4.Platz). Das Hinspiel war eine überraschend deutliche Angelegenheit für die TSG, dass es auswärts mehr Gegenwehr geben würde, war den Bürgelerinnen von der letztjährigen Begegnung noch im Hinterkopf, wo man am Ende einen Punkt verlor. Personell war die Situation nicht optimal, Judith Kirschig ging angeschlagen in das Spiel und Merit Specht stand uns beruflich bedingt nur in den zweiten 30 Minuten zur Verfügung.
Bürgel hatte den besseren Start, mit schnellem, druckvollem und gut kombiniertem Angriffsspiel dominierte die TSG das Geschehen. Die defensive 6:0-Abwehr der HSG fand keine Mittel, die lauffreudigen Akteurinnen aus Bürgel zu stoppen und den Spielfluss zu unterbinden, sie wurde immer wieder auseinander gerissen. Mit überlegten Auftakthandlungen und präzisem Passspiel wurden Räume geschaffen, die konsequent genutzt wurden. Mit der sehr gut agierenden 3-2-1-Abwehr wurde bei den Gastgeberinnen der Spielaufbau empfindlich gestört. Vor allem Lynn Hoddersen bewies hier ihre Klasse und sorgte für viele Unterbrechungen. Die Achse Rückraum-Kreis der HSG konnte nicht kombinieren, nur über die Außenpositionen oder Einzelaktionen kamen sie zum Abschluss. Das 4:7 war der Lohn für die TSG-Damen. Mit der Zeit stellte sich Bachgau aber auf die Abwehr ein, kombinierten besser und nutzen individuelle Fehler in der Bürgeler Defensive gnadenlos aus. Beim 7:7 glichen sie erstmals aus. Die TSG ließ sich davon aber nicht beeindrucken, spielte im Angriff weiter überzeugend und legte immer wieder vor. Mit einem 10:12 ging es in die Pause.
Im zweiten Abschnitt stellte die TSG auf eine 6:0-Abwehr um und blockte viele Abschlüsse der HSG. Vor allem Judith Kirschig und Merit Specht zeigten hier, wie wertvoll sie sind, wurden 3 Angriffe in Folge von ihnen weggeblockt und die TSG konnte zum 11:15 kontern. Da im eigenen Angriff aber mit zunehmender Spieldauer der Mut und das Selbstvertrauen schwanden kam Verunsicherung ins Spiel. Die Konsequenz waren Fehlpässe und das weiterschieben der Verantwortung auf die nächste Spielerin. Der Tabellenvierte blieb mit 16:17 dran. Eine Überzahl ermöglichte es, Bachgau zwei Bälle abzufangen und wieder mit 3 Toren in Front zu gehen. Hier waren es Alicia Hof und Merit Specht, die immer wieder mit ihrem starken 1gg1 zum Torabschluss kamen oder einen Freiwurf oder Strafwurf herausholten. Die Gastgeberinnen steckten nicht auf und neutralisierten beim Stand von 20:20 zwei Minuten vor Ende des Spiels die Bürgeler Führung. Stephanie Tabery wurde jetzt für Abschlüsse aus dem Rückraum von ihren Mitspielerinnen in Szene gesetzt und Lisa Kaiser verwandelte vom 7m-Punkt. 20:22 hieß es, aber wer dachte, das war die Entscheidung, hatte sich getäuscht. Durch einen 7m verkürzte Bachgau auf 21:22. Bürgel hatte in der letzten Minute den Ball, konnten ihn aber nicht im gegnerischen Tor unterbringen. Die letzten 30 Sekunden war Bachgau in Ballbesitz, nahm die Torhüterin raus und agierte in Überzahl. Die zuvor treffsichere Rechtsaußen wurde frei gespielt, scheiterte jedoch an Sophia Kroth im Bürgeler Kasten und auch der Nachwurf vom Kreis blieb am Bein von Kroth hängen, die zuvor eine eher durchwachsene Partie ablieferte, nun aber zum Matchwinner wurde. Es war die erwartet schwere Partie, in der uns der Gegner nichts schenkte und bis zum Ende alles abverlangte. Die starke Teamleistung führte letztendlich zum doppelten Punktgewinn.
Am nächsten Sonntag um 16.00 Uhr kommt es zum großen Showdown beim direkten Verfolger der HSG Bensheim/Auerbach. Auch wenn die TSG auf dem Papier besser da steht, ist die Bundesligareserve definitiv der Favorit. Personell schöpfen sie mit ihren 1. Ligaspielerinnen alles aus, sie haben das Hinspiel gewonnen und spielen zuhause. Bensheim muss gewinnen, wollen sie doch unbedingt und mit allen Mitteln aufsteigen. Die TSG kann locker aufspielen, denn von Müssen ist hier absolut keine Rede. Das Team hofft auf einen großen Fanzuspruch und wird alles geben, der HSG das Leben so schwer wie möglich zu machen.
Spielfilm: 0:1 3:3 4:7 7:7 8:10 10:10 10:12 HZ 11:15 14:15 16:17 17:20 20:20 20:22 21:22
gelbe Karten: 3-3, 2 Min.: 3-0, 7m: 7/7-3/5
TSG: Kroth, Fenn; Tabery (5), E. Specht, Hoddersen (1), Hofmann (2), Giegerich (1), Kopp (n.e.), Kaiser (4/3), Kirschig (2), M. Specht (2), Müller (2), Hof (3)