Bürgel fuhr in der Außenseiterrolle nach Bensheim, konnte locker aufspielen und hatte nichts zu verlieren. Gespannt war man auf TSG-Seite, was der Tabellenzweite, der mit allen Mitteln aufsteigen will und unter Zugzwang stand, sich für das Rückspiel ausgedacht hatte. Im Hinspiel liefen 4 Bundesligaspielerinnen in der Sportfabrik auf und holten den Sieg. Natürlich zauberte die Bundesliagreserve für das Spitzenspiel ein weiteres Ass aus dem Ärmel, Sanne Hoekstra. Die Erstligaspielerin und holländische Nationalspielerin stand 60 Minuten auf dem Parkett und war mit ihrem bärenstarken 1gg1, ihrer Spielübersicht und ihrem kompromisslosen Abwehrverhalten maßgeblich am Punktgewinn beteiligt.
Die Anfangsminuten verpennten die TSG-Damen etwas und konnten sich bei einer überragenden Marion Fenn im Tor bedanken, dass sie nur mit 2 Toren zurück lagen. Die Bürgeler 6:0-Abwehr wurde jedoch mit jedem gehalteten Ball stärker und machte es den HSG-Akteurinnen schwer, zum Torabschluss zu kommen. Einzig mit der schnellen Hoekstra im rechten Rückraum hatte man immer wieder Probleme, zu oft stand man alleine gegen sie, kam zu spät beim Verschieben oder konnte das Passspiel nicht unterbrechen, wodurch zu große Räume für sie und die restlichen Angriffsspielerinnen aus Bensheim entstanden. Aber die TSG hatte ja Fenn im Kasten, die wiederholt die freiesten Würfe rausfischte und ihren Gegenspielerinnen den Zahn zog. Im Angriff lief es gegen die kompakte 6:0-Formation der HSG wie schon im Hinspiel nicht rund. Die Abschlüsse aus der zweiten Reihe fehlten oder waren unvorbereitet und für Durchbrüche wurde kaum Raum geschaffen, da zu wenig Bewegung ohne Ball stattfand sowie Akzente vom Kreis fehlten. Dennoch wandelte die TSG einen 2 Tore-Rückstand in eine 2 Tore-Führung um, was vor allem seinen Erfolg im schnellen passen und stoßen mit abräumen nach rechts hatte. Zu oft rieb man sich in der Folge allerdings in Einzelaktionen an der Abwehr der Gastgeberinnen auf, ohne wirklich gefährlich zu sein, was häufig zum Zeitspiel führte. Das Spiel blieb eine enge Kiste und zur Halbzeit stand es folgerichtig unentschieden.
Nach Wiederanpfiff überstand Bürgel eine doppelte Unterzahl wegen eines Wechselfehlers (Anna Hoffmann hatte aus der ersten Halbzeit noch eine Zeitstrafe abzusitzen, die leider vergessen wurde und die TSG mit 6 Feldspielerinnen startete, was eine Strafe gegen die Bank nach sich zog) gut. Danach war das Bürgeler Angriffsspiel jedoch für 10 Minuten völlig ausser Tritt. Kaum Bewegung zum Tor und zu viele Querbewegungen, fehlende Bewegung ohne Ball, agieren ohne Druck und Tempo, halbherzige Abschlüse sowie technische Fehler und Zeitspiele wusste sich Bensheim zu Nutze zu machen. Mit Gegenstößen und druckvollem Angriffsspiel gegen die nun instabile Bürgeler Deckung zog Bensheim vorentscheident mit 6 Toren auf 20:14 davon. Vor allem Hoekstra jetzt auf der linken Rückraumposition setzte sich immer wieder mit ihrem schnellen 1gg1 durch oder riss Lücken für ihre Mitspielerinnen, die sie mit einem gezielten Pass in Szene setzen konnten und die dann auch ihre Chancen zu nutzen wussten. Die TSG gab aber nicht auf, forcierte das Tempo und spielte endlich mit der geforderten Bewegung und den Kreuzaktionen im Angriff. Auf Fenn im Tor konnte sich die Mannschhaft weiterhin verlassen, sie parierte glänzend egal gegen Wurfposition und man kam wieder ran. Da im Rückraum die Durchschlagskraft fehlte, wurde auf die Angriffsvariante mit zwei Kreisläufern umgestellt, was den Gegner nochmal vor eine neue Herausfoderung stellen sollte. Defensiv agierte man kurzzeitig mit der offensiven 3-2-1-Abwehr, um den Spielfluss zu stören und in Ballbesitz zu kommen. Beim 22:19 5 Minuten vor Ende war die TSG wieder dran, vergab allerdings 2 Tempogegenstöße und verlor unglücklich den Ball. Hätte man das Tempo früher erhöht und die Bälle im gegnerischen Tor versenkt, wäre die HSG vielleicht nochmal nervös geworden, so aber brachten sie die Führung dann clever über die Zeit.
Wir danken allen mitgereisten Fans für die tolle Unterstützung, für die sie ein Unentschieden verdient gehabt hätten. Jetzt wünschen wir erstmal FROHE OSTERN und am Sonntag, dem 8.4.18 erwarten die Damen um 15.40 Uhr die Tuspo Obernburg zum Heimspiel. Mit dem Gegner haben die Mädels noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen, wurde dort völlig unnötigen ein Punkt liegen gelassen. Die Mädels hoffen auch hier auf lautstarke Unterstützung und wollen in der Rückrunde zuhause weiterhin ungeschlagen bleiben.
Spielfilm: 1:0 1:1 3:1 5:3 5:6 7:7 8:10 11:10 12:12 HZ 14:12 15:13 18:14 20:14 22:16 22:19 23:19
gelbe Karten: 3-2, 2 Min.: 2-2, 7m: 3/5-2/3
TSG: Kroth, Fenn, Schneider, E.SPecht (1), Kaiser (1/1), Giegerich, M.Specht (1), Kopp (n.e)., Hoffmann (3), Hoddersen (2), Hof, Tabery (1), Müller (3), Kirschig (3/1)